Hochwasserschutz 
durch Erhalt von Grünland

Die Bürgerinitiative Sevenicher Auenschutz fordert:
Ausweisung des Sevenicher Grünlandes als Überschwemmungsgebiet gemäß § 83 LWG RLP!

Wasserrückhaltepotential Sevenicher Feuchtwiesen 

Filmtipp: Impressionen aus dem Sevenicher Auenbiotop 2024 zeigen das große Wasserrückhaltepotential der Feuchtwiesen. Regenwasser wird hier auf natürliche Weise zurückgehalten und trägt zum aktiven Hochwasserschutz bei. Feuchtwiesen können pro Hektar bis zu 3.8 Millionen Liter Flutwasser aufnehmen, wie ein Schwamm aufsaugen und festhalten. Gleichzeitig begünstigt der feuchte Lebensraum eine große Artenvielfalt. Aus diesem Grungd sind die Sevenicher Feuchtwiesen in mehrfacher Hinsicht schützenswert. Der besondere Synergieeffekt hilft Menschen, Fauna und Flora. Bitte hilf mit diesen Lebensraum zu retten und unterschreibe die Petition #SaveSevenich DANKE: www.openpetition.de/!SaveSevenich

Fazit des Mayen-Koblenzer Gewässerexperten A. Frey, Juni 2023 

"Selbst bei Außerachtlassung der Natur- und Artenschutzaspekte, die ja bereits von Artenschutzexperten analysiert und mit mehr als 120 geschützten und gleichzeitig seltenen Arten, die erfasst werden konnten, als ausreichender Grund zur Unterschutzstellung der Sevenicher Aue ausreichen müssten und ebensolcher Außerachtlassung der baulichen Gefahren, die ja nicht in meinem Fachbereich liegen, dürfte der vorsorgliche Schutz vor weiteren Fluten und die Hochwasserprävention, ein ausreichender Grund sein die Sevenicher Aue ihrem von der Natur gegebenem Zweck, der Oberflächenwasserretention zu überlassen und von jeglichen Bebauungen und Versiegelungen Abstand zu halten, denn gerade die Sevenicher Aue mit ihrem recht großem Einzugsgebiet und ihrer guten Speicherfähigkeit, ist ein entscheidender Garant dafür dass die Oberflächenwässer von Pillig, Münstermaifeld, Wierschem und Sevenich aufgefangen, gespeichert und mit großer zeitlicher Verzögerung über den Wallerbach an die Elz abgegeben werden. Der Verlust und die gleichzeitige Versiegelung von rund einem Hektar Wiesenfläche kann bei einem Starkregenereignis wie 2021, dazu führen dass auch die Anwesen, die bis jetzt mit leichten Wasserschäden davon kamen, unter richtigen Flutschäden leiden. Das letzte Starkregenereignis vom 22.06.23, das zum Glück nicht allzu lange angehalten hat, bei dem aber dennoch bis zu 90 Liter pro Quadratmeter vorausgesagt wurden und bei dem das Wasser wie aus Sturzbächen über die Sevenicher Straßen und Wege zur Auwiese floß, zeigt dass jederzeit mit einer neuen Flut zu rechnen ist." 

Die komplette Stellungnhame ist unter dem folgenden Link nachzulesen.

Gefährdung der Sevenicher Ortslage durch Sturzflut HOCH! 

Die Starkregengefahrenkarte des Landesamtes für Umweltschutz (LfU) weist die Wiesenfläche, auf der das Bauvorhaben geplant ist, Blau schraffiert als Überflutungsflächen aus. In der Starkregengefahrenkarte ist Sevenich außerdem in der Gefährdung der Ortslage durch Sturzflut in der höchsten Gefahrenkategorie (Rot) eingestuft. In der Legende kann man lesen, dass die blaue Schraffierung zur Kennzeichnung der Überflutungsflächen innerhalb der Ortslage nicht eingezeichnet, sondern ausgelassen wurde. Man muss bedenken, dass diese Flächen trotzdem genauso betroffen und damit gefährdet sind.

Die Sevenicher Feuchtwiesen folgen den Auenbereichen entlang der Bäche und Quellen von Sevenich. Für diese Flächen sind eine zeitweilig hohe Bodenfeuchtigkeit bis zu stagnierendem Grund- und Stauwasser, sowie teilweise Überschwemmungen typisch. Die Bodendurchfeuchtung kann generell auch von längeren Austrocknungsphasen unterbrochen sein. Wie in der Karte, die vom Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht im Rahmen der Aktion Blau und Blau Plus ausgegeben wurde, zu sehen ist, erstreckt sich der Auenbereich im geplanten Baugebiet vom Wallerbach (Dunkelblau) bis zur Dorfstraße. Diese, in der Hochwasservorsorgekarte als ‚Auen‘ benannte Flächen, decken sich mit den Flächen die in Sevenich, aufgrund ihrer topografischen Charakteristika und ihrer Tier- und Pflanzengesellschaften, besonders artenreich sind. Hier ein Kartenausschnitt der den Weiler Sevenich zeigt.

Aus der Karte wird deutlich, welche Flächen zur Erhaltung der natürlichen Retentionsräume in Sevenich bewahrt, oder als Retentionsfläche weiterentwickelt werden müssen. Hellgrün=Erhaltung der Grünlandnutzung in der Aue. Hellblau= Auenflächen ohne besondere Maßnahmen. Grundsätzlich werden Auen, siehe auch WWF https://www.wwf.de/themen-projekte/fluesse-seen/lebensraeume/auen, folgendermaßen klassifiziert: "Auen sind die natürlichen Überflutungsflächen entlang von Flüssen oder Bächen. Es sind Niederungen, in denen hohe Wasserstände mit Niedrigwasser-Phasen abwechseln und die somit deutlich vom Fluss und seinem Wassersystem geprägt sind. Diese Dynamik bringt ein reichhaltiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume mit sich, was den Tier- und Pflanzenreichtum von Auengebieten erklärt." Weitere Charakteristika sind: "Auengebiete können beachtliche Wassermengen aufnehmen und helfen so, Hochwasserwellen abzuschwächen. Gleichzeitig fungieren sie als biologische Kläranlagen". Es ist diese unverzichtbar wichtige Retentionsfläche in die die Bauleitplanung Sevenich, „Wohnen mit Pferden“ mit erheblichen negativen Folgen eingreifen würde. 

Die Universität Koblenz https://www.uni-koblenz-landau.de/de/landau/fb7/umweltwissenschaften/eeres/auen erklärt: "Auen sind natürliche Überschwemmungsflächen entlang von Flüssen und Bächen, mit welchen sie eine Einheit bilden und in permanentem Austausch stehen. Durch den ständigen Wechsel von Überflutung und Trockenheit entstehen in Flussauen zahlreiche unterschiedliche Lebensräume, welche geprägt sind von Bewegung und Dynamik." Auenökosysteme beherbergen eine große Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf engstem Raum. 

Der BUND warnt ausdrücklich davor, diesem Bauvorhaben statt zu geben. Eine Bebauung dieser Flächen würde den natürlichen Retentionsraum um die überplante Fläche von ca. 6450 qm mindern und könnte dadurch erhebliche Gefahren bei Starkregen und Hochwasser erzeugen. Die Bebauung in der Retentionsfläche würde zum einen die Familien, die dort hinein bauen möchten gefährden, zum anderen die Hochwassergefahr der bisherigen Siedlungsbereiche erhöhen und als drittes auch die Gefahrenlage für alle bachabwärts folgenden Bereiche über Elztal bis Moselkern steigern. Weitere Infos entnehmen Sie bitte dem Hochwassermanagementplan RLP https://hochwassermanagement.rlp-umwelt.de/servlet/is/8662/ .

Eine typische Reptilienart ausgedehnter Feuchtwiesen, sofern Kleingewässer in das Grasland eingebunden sind, ist die Ringelnatter Natrix natrix, die hier auf der ganzen Fläche vom Feuchtgebiet Nord bis über Sevenich Mitte, bachabwärts bis Ottilienquelle beobachtet wird. Zusätzlich leben hier auch die sehr seltenen Barrenringelnattern Natrix natrix helvetica und es kommen außerdem noch die sogenannten Schwärzlinge dieser Arten vor. Alle Ringelnatterarten sonnen sich im Sommer zwischen Mai und August gerne an offenen Stellen in der Wiese. Sie kommen genau wie die Grasfrösche und Kröten auf der Wiese des Bauvorhabens vor und werden sogar auch auf der darüber liegenden Dorfstraße gesehen. Dies zeigt sich leider auch jedes Jahr durch überfahrene Exemplare, weshalb der BUND schon vor vielen Jahren Warnschilder zum Schutz der Amphibien am Straßenrand aufgestellt hat. Amphibien brauchen für ihre Fortpflanzung offene Wasserflächen, in denen sie laichen und sich ihre Larven entwickeln können. Sie benötigen zur Überwinterung und Übersommerung aber zugleich offene Landhabitate wie Feuchtwiesen und sind als Komplexbewohner auf eine Verzahnung von amphibischen und terrestrischen Räumen angewiesen.

Die besondere Vielfalt der biologischen Lebensformen auf Feuchtwiesen resultiert aus abwechslungsreichen Standortfaktoren wie Bodenfeuchte, schwankenden Wasserständen, unterschiedlichen Vegetationsstrukturen, Hecken, Feldgehölzen und Baumstrukturen, die ein regelrechtes BIOTOPMOSAIK ergeben. Sevenich hat besonders viele verschiedene kleinteilige Landschaftsstrukturen nebeneinander und ist somit prädestiniert für eine hohe Artenvielfalt. Betrachtet man die große Anzahl der Prädatoren wie Bussard, Milan, Habicht, Sperber, Turmfalke und Uhu, die man in Sevenich Mitte täglich jagen sieht, so ist dies ein deutliches Indiz für ein sehr hohes Nahrungsangebot an Kleinlebewesen und ein weiterer Beweis für die enorme Artenvielfalt dieses Biotopkomplexes. Diese große Artenvielfalt macht Sevenich so einzigartig und so schützenswert. 

BUND RLP Pressezitat Juli 2023 

"Starkregenvorsorge, Artenschutz und Klimaschutz sind wichtige Zukunftsthemen. Dennoch plant die Stadt Münstermaifeld, allen voran die CDU Bürgermeisterin Claudia Schneider, aktuell eine Änderung des Flächennutzungsplans, die all diesen Zielen entgegensteht. So sollen die artenreichen Sevenicher Auen für die privatfinanziellen Interessen eines Einzelnen in Bauland verwandelt werden dürfen. Und das, obwohl die Verbandgemeinde Maifeld vor nur drei Jahren dieses Gebiet in ihrer eigenen Pressemitteilung als „Paradies für seltene Tiere & Pflanzen‘“ betitelte und den Artenschutz und die Starkregenvorsorge hervorhob. (Zitat aus: Pressetext der VG Maifeld aus Maifelder Nachrichten Ausgabe Nr. 25/2020, 18.Juni 2020)" Hier:

#SaveSevenich - jetzt Petition unterschreiben:

Warum Deine Unterschrift wichtig ist:

Am 14. Juli hat sich die schreckliche Ahrtalkatastrophe gejährt, deren Bilder wir alle noch vor Augen haben. Eine ungeahnte Flutwelle wälzte sich nach Starkregen das Ahrtal hinab und riss alles mit sich. Dabei kamen mindestens 133 Menschen ums Leben. Seitdem ist nichts mehr wie es einmal war. Es ging ein Ruck des Aufwachens durch die Bevölkerung, die Behörden und die Politik. Überall wird mit Hochdruck an Hochwasserkonzepten gearbeitet, um für die häufiger werdenden Starkregenereignisse mit Überschwemmungen durch den Klimawandel gerüstet zu sein.

In einem Positionspapier mit dem Titel Schutz vor Hochwasser – Extremwetterereignissen wirksam begegnen, (PDF im Link) schreibt der Deutsche Städte- und Gemeindebund am 16.3.2022:
‘Städte und Gemeinden müssen sich immer häufiger und ohne längere Vorwarnzeiten auf Extremwetter- und Starkregenereignisse und deren schlimme Folgen einstellen. Die starkregenbedingte Flutkatastrophe im Juli 2021 hat gezeigt, welche verheerenden Folgewirkungen mit einem derartigen Extremwetterereignis verbunden sein können.‘

Er benennt in seinem Positionspapier ‘mehr Frei- und Grünflächen und damit einhergehend das Entsiegeln von Flächen‘ als maßgebliche Faktoren für eine klimabewusste Entwicklung. Der ‘Wasserrückhalt an Flüssen‘, die ‘Reaktivierung von Auen, welche die wichtigsten natürlichen Rückhalteräume von Wasser sind,‘ werden vom Deutsche Städte- und Gemeindebund als ‘eine effektive Maßnahme‘ zum Schutz vor Hochwasser genannt.

Der DStGB schreibt außerdem: ‘Es ist daher zwingend erforderlich, dass beim Thema ‚Hochwasser und Starkregenvorsorge‘ ein Umdenken stattfindet, um Schäden zukünftig zu minimieren und den Schutz von Menschen und Sachwerten weiter zu verbessern.‘

  • Vor diesem Hintergrund mutet es geradezu als absurd an, dass der Stadtrat in Münstermaifeld in seiner vergangenen Sitzung alle fachlichen, sachlichen und rechtlichen Argumente, die seit mehr als 6 Jahren, auch von Fachleuten des BUND vorgetragen wurden, ignoriert oder weggewägt hat. Der Bebauungsplan geht damit in die Phase der frühzeitigen Beteiligung nach §3 Abs.1 BauGB und auch der Flächennutzungsplan soll durch die VG Maifeld nun geändert werden. Man folgt hier leider -wie so oft- lieber dem privatwirtschaftlichen Interesse eines Einzelnen gegen das Wohl der Allgemeinheit und gegen den Schutz von Grünland und Retentionsflächen.

WOZU sollte man eine Auenlandschaft wider besserem Wissen durch neue Erkenntnisse und Warnungen von Klimaforschern und unzähligen anderen Wissenschaftlern zerstören?

WARUM sollte man eine vorhandene, wertvolle Retentionsfläche die Unmengen an Wasser speichern kann und sowohl Sevenich als auch die tieferliegenden Regionen an der Mosel vor Hochwasser schützt, versiegeln?

WARUM noch immer so weiter machen wie bisher?

Unsere Lebensuhr steht auf kurz vor 12. Einzelinteressen und Profit zerstören unser aller Lebensgrundlage.

Bitte mach mit, 

BITTE UNTERZEICHNE DIESE PETITION

auch Kommentare auf der Petitionsseite sind sehr willkommen und können Deine persönliche Meinung zu diesem Thema zum Ausdruck bringen:

https://www.openpetition.de/petition/online/savesevenich-rettet-das-sevenicher-auenland-biotop

Wir sind auch auf Twitter https://twitter.com/BI_Auenschutz
und Instagram aktiv: https://www.instagram.com/bi_auenschutz/

#SaveSevenich - WIR SIND DIE NATUR - #SaveSevenich

Starkregen und Hochwasser in Sevenich

Fotos von 2016 zeigen die Flutwellen des Wallerbaches und die Wasserströme aus den Feldern.

Der Wallerbach tritt bereits bei kurzem, heftigem Regen über seine Ufer (Foto: Sevenich Nord). Er überschwemmt Grundstücke, Landwirtschaftswege, sowie die Ortsstraße. Vom nördlichen Hang wird die K35 mit Schlamm überdeckt, der auch Richtung Reiterhof fließt.

Von höher gelegenen Feldern strömen Wassermassen mit Geröll, Ackerboden & Feldfrüchten in die Weilermitte und in die Bebauungs-Planwiese mit der Flur Bezeichnung 'Unter den Höfen'. Auf dem Gelände vor den Pappeln am Bach hat sich das Wasser zu diesem Zeitpunkt bereits flächendeckend aufgestaut. 

Das Wasser bleibt nach starken Regenfällen tagelang auf den Wiesen stehen. Zur Freude zahlreicher Vögel und Amphibien. Die Aue ist eine wichtige Retentionsfläche.  (Foto: Sevenich Mitte)

Hier leben viele Insekten, von denen sich Ringelnattern, Frösche und Kröten ernähren, die wiederum Nahrung für Eisvogel, Schwarzstorch, Graureiher und viele andere Vögel sind.  (Foto: Sevenich Mitte)

Hunderte von Grasfröschen laichen in der Sevenicher Aue.  (Foto: Sevenich Mitte)
 

Bebauung zerstört diesen Lebensraum für Fauna & Flora.  (Foto: Sevenich Mitte)

... „Gerade die Kombination aus Hochwassergefahrengebiet  in einer Aue zusammen mit der höchsten Starkregengefahrenzone ist ein hoch riskantes Unterfangen für ein neues Baugebiet. Bei einer in Aussicht stehenden Ausweisung als Schutzgebiet hingegen können hervorragende Synergieeffekte für Mensch und Natur erreicht werden"  sagt: Dipl.-Ing. Gavin Grosvenor, Pressesprecher des BUND RLP 

BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN/ÖDP hält den Bauantrag eines Investors auf 6.450 qm inmitten der Sevenicher Auenlandschaft für unverantwortbar. Die Sevenicher Auen mit ihren Feuchtwiesen, Bächen und Quellen sind durch die UN-Dekade für Biologische Vielfalt als besonders artenreich ausgezeichnet worden. ...

„Eine Bebauung in dieser wichtigen Retentionsfläche gefährdet zum einen die Familien, die dort bauen möchten, erhöht zum anderen die Hochwassergefahr der bisherigen Siedlungsbereiche und steigert zusätzlich auch die Gefahrenlage für alle bachabwärts folgenden Bereiche über Elztal, Moselkern bis zur Mosel,“ argumentiert Klaus Meurer, Fraktionsvorsitzender.

Der BUND hat für das Gebiet „Sevenicher Feuchtwiesen und Auen“ einen Antrag auf einstweilige Sicherstellung, sowie auf Festsetzung eines Überschwemmungsgebietes gestellt. ... 

Bauplangebiet am tiefsten Geländepunkt in der Sevenicher Aue

Der BUND schreibt in seiner Stellungnahme vom 13.2.2022: "Die Planung möchte den Bau von drei großen Wohneinheiten mit bis zu 12 m Geschosshöhe auf einer Fläche von 6540 qm inmitten einer voll funktionsfähigen, klimatisch und topographisch begünstigten, sowie artenreichen Auenwiesenlandschaft errichten, die sich neben einem Bachlauf und zwischen zwei Quellgebieten am Rande des historischen Weilers Sevenich befindet. Diese Wiesenfläche ist die wichtige Überschwemmungszone und Retentionsfläche für starke Regenereignisse aller Art und schützt als Versickerungsfläche in der tiefsten topographischen Zone die umliegenden Häuser, sowie die tiefergelegenen Gemeinden vor Überflutungen. 

Die Sevenicher Feuchtwiesen und Quellen liegen in der Sevenicher Talsenke. Bach- und Oberflächenwasser fließen dort wie in einem Trichter aus den Orten Pillig (220m), Wierschem (250m) und Münstermaifeld (275m) zusammen und bleiben nach starken Regenfällen oft tagelang großflächig auf den Sevenicher Auenwiesen stehen. Die Wiesen liegen auf nur 180 m. Die Wassermassen des Wallebaches werden durch Zuflüsse von Pilligerbach und Wierschemerbach gespeist. Auf den Feuchtwiesen befinden sich mehrere Quellen, Sumpf- und Flachwasserzonen, sowie großräumige Überschwemmungsflächen. Der Grundwasserstand ist zudem sehr hoch. Die in der Senke liegende Wiesenfläche, auf der gebaut werden soll, speichert bei Regen große Wassermassen und führt sie langsam und zeitversetzt in Richtung Bach zurück. Damit schützt sie nicht nur die tieferen Regionen Elztal und Moselkern vor Überschwemmung und Hochwasser, sondern begünstigt gleichzeitig auch eine besonders große faunistische Artenvielfalt, die sich hier dank dieses speziellen Biotopcharakters entwickeln konnte. Die BUND Kreisgruppe Mayen-Koblenz hat die biologische Vielfalt der artenreichen Auen mit ihren Feuchtwiesen, Sumpfzonen, Bächen und Quellen in Sevenich über einen Zeitraum von 5 Jahren auf das Vorkommen von gesetzlich geschützten Arten untersucht. Dadurch ist es gelungen, über 100 geschützte Arten nachzuweisen zu denen gefährdete Amphibien, Schlangen, Käfer, Libellen, Schmetterlinge, Falter, Schnecken, Pflanzen, Säugetiere und Vögel zählen. Bei diesen Untersuchungen lag der Fokus ausschließlich auf den Spezies, deren Schutzstatus entweder auf der Roten Liste, der FFH-Liste (Fauna Flora Habitatrichtlinie) oder im Bundesnaturschutzgesetz verankert sind. Hierzu wurde vom BUND Vorstand Mayen-Koblenz eine 40 Seiten umfassende Artendokumentation erstellt, die jede einzelne Art, das Funddatum und ihren Schutzstatus aufzeigt. Für diese Arbeit wurden über 3000 Einzelfotos ausgewertet und zahlreiche Experten hinzugezogen. Die Artenerhebung zeigt, wie bedeutend die Sevenicher Auenlandschaft für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Maifeld ist und wie wichtig ein nachhaltiger Schutz dieses fragilen Ökosystems für die Zukunft ist. Mit den BUND Bachpaten wurde im Jahr 2018 zudem eine 27-seitige Biotopbewertung inkl. chem. Wasseranalysen von 13 Messstellen angefertigt. Auch diese Arbeit zeigt sehr deutlich, welchen großen Handlungsbedarf es in dem Sevenicher Tal zum Schutz der Biodiversität gibt."

Auf ihrer Homepage schreibt die VG Maifeld:

'Ein aktuelles Hochwasserrisikomanagement forciert eine Abkehr vom Sicherheitsdenken und schult den Umgang mit Risiken. Wo gibt es kritische Punkte in der VG? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Situation zu verbessern? Hochwasservorsorge ist eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe – sie geht jeden etwas an. Am Anfang steht die Erstellung eines kommunalen Hochwasservorsorge-konzepts mit einer Bestandsaufnahme und der Koordinierung von Maßnahmen. 
Getreu dem Motto „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt“ erstellt die Verbandsgemeinde Maifeld mit Unterstützung der Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann und Partner mbH ein Hochwasservorsorgekonzept für ihre 16 Ortsgemeinden und zwei Städte. Für die Stadt Polch wurde jetzt das erste vorläufige Konzept erarbeitet. Vorläufig deshalb, weil sich die Bürgerinnen und Bürger noch einbringen können.'  Anhören & Mitreden:

Die Biotopbeschreibung der Sevenicher Auen im Landschaftsschutzgebiet mit ihren artenreichen Überschwemmungsflächen, die von der 
UN-Dekade für Biologische Vielfalt als herausragendes Modellprojekt prämiert wurde, kannst Du hinter dem folgenden Link einsehen. 

Juli
2022

UN-Dekade Auszeichnung

Filmtipp: Die UN-Dekade für Biologische Vielfalt hat die Artennachweise des BUND auf den Sevenicher Feuchtwiesen mit einem besonders renommierten Preis ausgezeichnet. Der Film erklärt, warum die Sevenich Feuchtwiesen so besonders und warum sie schützenswert sind. 

Sevenicher Biotopverbund 

Filmtipp: Komm mit in die Welt der Sevenicher Auenlandschaft. Dieses wertvolle Naturhabitat ist Rückzugsort für über 100 geschützte Arten. 

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